Die Bar

Mein erstes, größtes, längstes und teuerstes Projekt bis jetzt: Die Bar. Dies wird ein ziemlich langer Eintrag, mit vielen Bildern und Videos. Wer Lust hat, kann sich das alles gerne durchlesen, jedoch ist das ganze eher ein „Tagebuch“ als eine wirkliche Nachbau-Anleitung. Wer nur sehen will wie das ganze aussieht kann auch hier klicken. Aber vielleicht bekommt ja der eine oder andere Lust sowas in der Art nachzubauen.

Beginnen wir mit Der Planung:

Ich liebe Wiskey und Rum, Cocktails und Longdrinks. Und nein ich bin kein Alkoholiker, die werden nur angezapft, wenn Freunde da sind 😀 Aber ich habe schon eine ansehnliche Ansammlung von verschiedensten Tropfen (weil die halt nur so selten getrunken werden). Und die brauchen ein neues Zuhause! Hier sind ein paar kleine Planungen von mir:

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Wie man schon sieht bekommt das ganze ein paar kleine Specials 😀 Es soll ja nicht nur einfach eine stinknormale Bar werden, die jeder bei sich stehen hat. Oben wird ein Teil auf Knopfdruck ausfahrbar sein, in dem Gläser, Flaschen und vermutlich auch eine 230V Steckdose sein werden. Auf der Vorderseite wird eine Art Schiebetür automatisch nach unten hin geöffnet. Dahinter befinden sich ebenfalls feine Tropfen. Beide Bereiche werden auch noch mit LEDs beleuchtet um das ganze abzurunden. Die Idee dahinter ist, dass ich wie oben schon erwähnt die Bar eigtl nur selten brauche. So kann ich aus der Bar quasi einen ganz normalen Beistelltisch machen und nur bei Bedarf das ganze zur (ziemlich stylischen & beleuchteten) Bar ausfahren. Das ganze wird wohl ein Langzeitprojekt, auch wenn ich während der Schule immer recht viel Zeit hab.
Nun zum technischen Aspekt:
Der obere Teil wird von einem Linearmotor nach oben gedrückt. Dieser hat 3000N (also kann er ca 300kg in die Höhe stemmen) bei einem Hub von 30cm und läuft mit 24V DC. Die vordere Tür wird ebenfalls von dem Motor nach unten bzw. oben befördert. Das ganze geschieht dann über ein paar Seilzüge. Gesteuert wird mithilfe von 2 Wechsel-Relais und einem Kippschalter. Ungefähr so:
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Wie man sieht wird der Motor einfach nur umgepolt, um die Richtung zu wechseln. Das Tolle an dem Motor sind die Intigrierten Endschalter. Das spart extrem viel Arbeit! Den Motor gabs übrigens auf eBay für läppische 20€ 🙂
Die Anfänge: Die Motorsteuerplatine:
So heute gehts los. Die benötigeten Teile für die Motorsteuerung wurden bestellt und sind angekommen. Da wurde natürlich sofort losgelötet! Leider hab ich keine Pläne dafür, die Schaltung hab ich mir einfach während dem Löten ausgedacht 🙂 Herzsrücke des ganzen sind die Miniatur 24V DC Wechselrelais. Ganz schön schwer an 24V DC Relais zu kommen, die auch noch die 3 A des Motors packen… Schlussendlich aber doch fündig geworden. Geschaltet wird das ganze von einem Ein-Ein Kippschalter. Warum der 2-polig ist? Ganz einfach. Der war günstiger als der 1-polige 😀
Aber Bilder sagen mehr als 1000 Buchstaben:
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Nach 6 Wochen Lieferzeit kam auch der Trafo an:Natürlich gleich ausgepackt und schon hört man ein metallisches rascheln und klimpern im inneren des Trafos. Sobald ich diesen um 180° herum gedreht hatte fiel ein kleines Stück Metall heraus, welches wohl beim Kühllöcher ausstanzen hineingefallen ist. Sehr sehr vertrauenserweckend! Ich nahm bereits das schlimmste an. Nichts desto trotz einen Stecker drangeschraubt und am Ausgang mein Multimeter drangeklemmt. Und er funktioniert – zum Glück! Es gibt sogar noch einen kleinen Poti mit dem sich die Ausgangsspannung regeln lässt. Alles eingestellt und gleich die Steuerung samt Motor drangeklemmt und das beste gehofft.

Es funktioniert. Tadellos. Einfahren, ausfahren, Richtungswechsel. Alles wie geplant. Der Motor ist sogar Stromspaarender als ich dachte. Selbst wenn ich mit voller Kraft versuche den Motor am ausfahren zu hindern verbraucht er gerade mal 0,8A. Bei 24V macht das gerade mal 19,2W. Eines muss ich aber doch bemängeln: Ich habe den Trafo komplett überdimensioniert (u.a. weil der Motor angeblich einen max. Strom von 3,5A hat und der Trafo auch noch LEDs betreiben soll) und doch wird er bei diesen 0,8A (über höchstens 30sek.) ziemlich warm. Hoffen wir mal das dass normal ist, und der Trafo auch noch in 10 Jahren tut, was er soll.

 

Nächster Schritt: Die ersten Holzarbeiten:

 

Als Führungsschienen benutze ich solche Schwerlast-Schubladen-Schienen. Außerdem sind die ersten Zu- und Ausschnitte nach Stundenlangem sägen, feilen, raspeln und schwitzen fertig:

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Ein erster Erfolg!

Nachdem die Holzarbeiten soweit erstmal abgeschlossen waren musste ich natürlich gleich den Motor mit der Platte verbinden: Ich habe die Schienen an große Kanthölzer (5cm x 5cm) geschraubt und diese wiederum an die Tischplatte befestigt. Das sind dann quasi die Halterungen für die Führungsschienen, wenn man so will. Dann kam der schwierige Teil, nämlich die Schienen so an den Schlitten anschrauben, dass nix hackt, nix krazt und nix wackel. Hat wirklich zieeemlich lange gedauert, aber ich denke ich habe es ganz gut hinbekommen. Zu guterletzt kam dann noch die Trägerplatte für den Motor und der Motor selbst mitdrann geschraubt. Die sichtbaren Schrauben (an der Oberseite der Platte und dem „Dach“ des Schlittens) habe ich versenkt, mit Holzkit zugespachtelt und wieder glatt geschliffen. Diese sind damit verschwunden 🙂 Das ganze Sieht jetzt so aus:

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Nachdem ich dann alles so zusammen geschraubt hatte, hat es mir einfach keine Ruhe mehr gelassen. Ich wollte sehen ob es auch wirklich so funktioniert wie ich es geplant hatte, oder ob alles umsonst war… Also schnell den Motor an die Steuerung angeschlossen und ein paar erste Tests durchgeführt. Und Huraa Huraa es funktioniert! 🙂 Insgesamt hier und da noch ein wenig wackelig, aber das ist ja auch erst der erste Versuch. Und dafür finde ich das eigentlich ganz gelungen! Und natürlich gibt es ein kleines Video für euch:

 

Die Vorbereitung für die (erste) Erleuchtung!

Nachdem alles soweit funktioniert ging es an den ersten Teil der Beleuchtung: Zu allerst die Vorbereitungen dafür:

1. Schritt: Kleinen Schlitz machen in den die Leitungen passen:

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2. Schritt: Leitungen einlegen und den Schlitz mit ordentlich Holzkit wieder zumachen:

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3. Schritt: Waaaarten …

4. Schritt: Glatt schleifen & sich über das Ergebnis freuen :)

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Nebenbei wurde auchnoch alles schön ausgerichtet, damit der ausfahrbare Teil nicht schief ist oder wackelt.

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Die zweite Runde Holzarbeit:

Als erstes habe ich einbisschen mit der Vorderseite angefangen. Das Fenster habe ich draußen bei schon angenehmen 1°C und Nieselregen ausgesägt und gefeilt/geschliffen. Das Fenster ist 35cm hoch und 80 cm breit. Aus 2 kleineren Holzleisten wurden die 2 Führungsschienen für die Schiebetüre. Das ganze kam dann an die große Platte dran. Zum Schluss hab ich noch Spaßeshalber mit 2 Winkeln einen Boden schonmal provisorisch so hingeschraubt, wie er später dann auch drann soll. So kann ich sehen ob das ganze auch so funktioniert wie in meinem Kopf 😀 Hier sind die Bilder:

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Danach ging es dann an den Korpus. Ich habe mit 2 dicken Kanthölzern die Seitenteile mit der Front verbunden und die Löcher mit Holzkit zugeschmiert. Alles in allem ist das Ganze jetzt soweit dass man es lackieren könnte und die Platte samt Moter und dem ganzen Steuerungszeugs „verheiraten“ kann.

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Jetzt kommt Farbe ins Spiel!

Heute hab ich mich mal an das gemacht, wovor ich am meisten „Respekt“ hatte. Nämlich das Ausscheiden und Zeichnen des Hirschkopfs. Und wie sich herausgestellt hat auch vollkommen zurecht 😀 Ca. 5h hats gedauert und ich bin mit dem Ergebnis nicht 100%ig zufrieden und hoffe das man das später nicht mehr sieht 😀 Aber eins nach dem anderen. Als erstes die Platte lackiert (Weiß, nicht schwarz…). Dann die Platte mit Maler-Krepp abgeklebt. Danach die Vorlage druff und ab gehts (mit meinem spezial Papier Skalpell :P). Ich habe als erstes die Teile ausgeschnitten, welche dann später weiß bleiben. Dann den gesamten Kopf ausgeschnitten und alle Konturen auf das Krepp übertragen. Zu guterletzt Das Krepp ausgeschnitten. Hat an sich alles gut Funktioniert allerdings ist das Krepp nicht so gut geeignet, weil gerade die kleinen Teile 1. nicht richtig kleben bleiben und 2. franzt das ganze etwas aus. Naja hoffen wir das beste 🙂

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Später wird der Hirsch nicht gemalt sondern versilbert. Also mit Blattsilber. Sieht besser aus als jede „Silber-Farbe“ und ist auch noch günstiger! Außerdem habe ich den ausfahrbaren Teil weiß lackiert:

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Nun die erste Erleuchtung!

Als erstes musste aber noch der Kasten für die unteren Getränke fertig werden. Also schnell ein paar MDF Platten zusammen geschustert 😉

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Zum Anderen habe ich mich endlich mal um die Beleuchtung im oberen Teil gekümmert. Ich habe an meine Leitungen (die ich ins Holz eingearbeitet habe) knapp 1m RGB LED’s drangelötet und unten kommt noch ein RGB Funk Controller rein. Funktioniert 1A! Und durch die Weiße Lackierung wird das komplette Fach perfekt gleichmäßig ausgeleuchtet und die Farben strahlen wie die Sonne (Zum Glück kann man die LED’s auch dimmen 😀 ). Leider kann meine Kamera die Farben und die Ausleuchtung nicht richtig darstellen aber hier gibt es trotzdem ein paar Fotos und sogar ein Video! Allerdings macht die Cam auch beim Video was sie will 😦

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Und natürlich darf auch der Kasten nicht fehlen. LED Streifen gekürzt, reingeklebt und an die Zuleitung drangelötet. Kleiner Funktionstest:

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Und da der Kasten ja hinter den Führungen der Schiebetür „schweben“ soll hab ich mir auch da eine Kleinigkeit überlegt. Ich habe einfach 2 Leisten oben und unten an den Kasten dran geschraubt & geklebt. Dann hab ich an die 4 Kanthölzer des Korpusses 4 Winkel befestigt, an denen jetzt die 2 Leisten dran sind. Et voilà: Der Kasten schwebt. Hier wieder ein paar Bilder von dem Ganzen:

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Zwischendurch nochmal einige Tests durchgeführt:

Der vorletzte Schritt: der „Innenausbau“

Jetzt wurde nur noch die Technik, der Schalter und der Seilzug eingebaut. Auch davon habe ich natürlich ein paar Bilder geschossen 😉

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Und nun endlich: Die Fertigstellung!

Ja nun ist es geschafft. Die Bar hat seine letzte Schicht Lack bekommen und ist nun endlich fertig.Die Bar steht, funktioniert und sieht (fast) wie gewünscht aus! Nur hier und da werde ich wahrscheinlich noch nach und nach einige Kleinigkeiten ändern. Ansonsten bin ich sehr sehr zufrieden. 🙂 Aber ich will euch nicht zu lange auf die Folter spannen und gebe euch gleich mal ein paar Fotos und ein Video, damit ihr euch auch selbst ein Bild machen könnt wie das ganze jetzt aussieht.

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Übrigens: So sah mein „Werkzeugtisch“ nach diesem Projekt aus: 😀

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Die Bar misst jetzt (BxTxH) 120*60*80  cm bzw. 120*60*110 cm.
Der Preis beläuft sich auf ca. 250 Euro, wobei da auch noch einiges an Materiel übrig ist und ich dieses bei anderen Projekten verarbeiten kann. Außerdem war noch Werkzeug im Wert von 50 Euro nötig. Alles in allem habe ich also 300 Euro berappen müssen. Aber das ist es doch auch Wert, oder?! 😉

Außerdem sind ungefähr 80h arbeit in das ganze Projekt von der Planung bis heute geflossen.

Ich hoffe euch gefällt die Bar genauso wie mir,

bis zum nächsten Projekt!

11 Kommentare zu “Die Bar”

  1. Echt tolles Projekt, bin schwer beeindruckt.
    Kannst du mir ein paar gute Bücher, Webseiten empfehlen zu Motoren oder elektrischen Schliess-Systeme?

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    1. Hallo David,
      Ich kann dir natürlich ein paar Sachen empfehlen, jedoch weiß ich nicht wie tief du in die Materie gehen möchtest oder schon bist…
      Ein Buch in dem wirklich alles steht, inkl. Formeln etc. ist dieses hier: http://www.amazon.de/gp/product/3778249002?keywords=elektrotechnik%20buch&qid=1438169741&ref_=sr_1_5&sr=8-5 Jedoch wird hier schon ein gutes Grundwissen vorraus gesetzt. Wenn du dich nur ein bisschen einlesen willst ist das Internet wohl die bessere Wahl. Diese Seite umfasst sehr viel und is gut beschrieben: http://www.elektronik-kompendium.de/

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      1. Danke dir für die Empfehlung, werde ich mir besorgen/anschauen,
        hätte noch erwähnen müssen das ich Elektriker gelehrt habe
        und mich grundsätzlich für Technik interessiere.
        Mach weiter so coole Projekte!!!

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  2. hey, hast du nur den einen hubmotor verbaut ? weil ich grad zu blöd bin und nicht verstehen willl warum die vorderplatte runter geht wenn die andere hochfährt:D

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  3. Hallo möchte gerne dein tolles Barprojekt nachbauen. Habe jedoch gerade wegen einem Linearmotor geschaut und bin mir nicht sicher was ich da nehmen sollte. Hast du vielleicht einen Link zu einem Modell das du weiterempfehlen könntest? Habe zwar einige Motoren gefunden welche normalerweise in elektrischen Betten und Sesseln verbaut werden, jedoch scheitert es da an der Ansteuerung.
    Danke Grüße Peter

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    1. Hallo Peter,
      ich weiß leider nicht genau welchen Linearmotor ich verbaut habe. Der Artikel hieß auf eBay „Spindelhubmotor Linearantrieb LINAK12/ 24V 1500N Hubmotor Hublänge 300mm“ falls dir das weiterhilft.
      Die Ansteuerung hat sich recht einfach dargestellt. Stecker abgezwickt und dort dann 3 bzw 4 Drähte vorgefunden. Ansteuerung ist also eine „Jalousie-Steuerung“ (Ein Draht COM, einer ausfahren, einer einfahren, einer Schirm)
      Gr´ße

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  4. Hallo,

    ich habe eine simple Frage:

    Meinst du man kann das mit deiner Anleitung nachbauen ohne großartig Kenntnisse in Elektrotechnik usw. zu haben?

    Ich hätte nämlich auch verdammt gerne sowas zu Hause 😀

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