Clap Sensor

Tja wer kennt das Problem nicht: Man liegt auf der Couch, hat sich einen Film oder eine Serie angeschaut und möchte ein kleines Nickerchen machen. Leider ist die Stehlampe noch an und man müsste aufstehen und in die hinterste Ecke kriechen, um die Steckdosenleiste oder den Schalter an der Lampe zu betätigen, um dieses auszumachen. Zugegeben, kommt heutzutage vielleicht nicht mehr so oft vor, weil man einfach keine Zeit hat. Trotzdem gibt es für solche und ähnliche Situationen eine Lösung: Eine Steckdose, welche sich mit 2 mal in die Hände klatschen an- und auschalten lässt! Natürlich geht das nicht nur mit der Stehlampe sondern mit so ziemlich jedem Gerät, welches einen normalen „Steckdosen-Stecker“ hat. Gerade für unzugängliche Geräte und Schalter ist das natürlich eine sehr elegante Lösung. Die Idee ist auch nicht neu und es gibt sogar fertige Geräte zum kaufen, aber wie immer gehts auch DIY. Noch dazu lässt sich das Teil ganz nach den eigenen Wünschen programmieren. Zum Beispiel: Man möchte, dass erst nach 3x Klatschen das Gerät angeht, oder vielleicht möchte man zwischen den „klatschern“ mehr Zeit. Außerdem könnte man das auch als wirksamer Einbruchschutz verwenden, wenn man zum Beispiel das Licht für 5 min anschaltet, bei jedem Geräusch das erkannt wird. Also sehr universell einsetzbar. Ich möchte hier auch noch erwähnen, dass ich selbst dieses englische Tutorial mit ein paar kleinen Änderungen nachgebaut habe. Trotzdem möchte ich euch hier mal zeigen wie das ganze so funktioniert 😉 Das braucht man dafür:

  • 1x AtTiny85
  • 1x NE5534
  • 1x 100uF Kondensator
  • 1x 22K Potentiometer
  • 1x Mikrofon-Kapsel
  • 1x 1N4002 Diode (oder ähnlich)
  • 1x BC 637 NPN Transistor
  • 1x 5V-230V Relais
  • 1x 230VAC-5VDC Netzteil (mit möglichst wenig Welligkeit!)
  • 1x Steckdose inkl. Abdeckung
  • 1x Kaltgerätebuchse
  • 1x Gehäuse (am besten aus Plastik)
  • ein paar Kabel und Klemmen
  • je einen 1K,2K,10K,20K,1M Widerstand
  • eine Lochrasterplatine
  • Schrumpfschlauch

Um den AtTiny zu programmieren

  • Arduino Uno o.ä.
  • 10uF Elektrolyd Kondensator
  • Breadboard und Jumperleitungen

Optional:

  • 2x 8 Pin IC-Sockel
  • 1x Drehknopf für das Potentiometer
  • 1x LED mit Vorwiderstand
  • ein paar Pin-Header

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Hat man alle Teile zusammen kann es los gehen. Als erstes habe ich in mein Gehäuse hinten ein Loch für die Kaltgerätebuchse reingeschnitten. Außerdem kommt oben noch ein 68mm Loch für die Steckdose rein. Vorne gab es auch noch 3 Löcher für Potentiometer, LED und Mikrofon. Das Potentiometer ist dazu da, um die Empfindlichkeit einzustellen.

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Hat man die ganzen Löcher gebohrt, kann man mit der Elektronik weiter machen. Dafür gibt es diesen Schaltplan:

Achtung: Das Mikrophon hat eine Polarität. Dafür am besten einen Blick ins Datenblatt werfen! Im originalTutorial wird hier für das Mikrofon und das Potentiometer geschrimtes Kabel empfohlen. Ich habe das ohne Schirmung versucht und konnte keine Beeinträchtigung feststellen. Also wenn kein geschrimtes Kabel zu Verfügung steht, einfach mal mit normalem versuchen. Wenn man fertig ist sieht das Ganze ungefähr so aus:

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Als nächstes sollte man den AtTiny programmieren. Wie das funktioniert seht ihr hier. Dafür spielt ihr dieses Programm auf. Natürlich kann man dieses an seine Wünsche anpassen 😉 So wie das Programm jetzt ist macht es folgendes: Es hört ob ein bestimmter Höchstwert überschritten wird. Ist dies geschehen wartet es ab, ob das Geräusch danach unter einen bestimmten Wert fällt. Ist dies der Fall wartet es für eine bestimmte Zeit auf ein zweites Geräusch, welches den Höchstwert überschreitet. Ist auch dies der Fall, wird der Ausgang umgekehrt.

Nun kann man schon die ersten Teile ins Gehäuse verfrachten. Platine und Netzteil mitsamt Relais werden in das Gehäuse geklebt oder geschraubt. Hier noch ein Wort zum Netzteil. Ich habe zuerst ein billiges USB Netzteil verwendet. Hier gab es eine so große Restwelligkeit der Spannung, dass der AtTiny die ganze Zeit hin- und hergeschaltet hat. Ist dies bei dir auch der Fall, solltest du evtl. ein besseres Netzteil besorgen. Nun kann man die 230V-Seite verlöten. Hierfür verbindet man den Schutzkontakt der Kaltgerätebuchse mit der Steckdose. Dann kommt der Neutralleiter von der Kaltgerätebuchse sowohl an die Steckdose als auch an das Netzteil. Der Leiter geht von der Kaltgerätebuchse an das Netzteil und an einen Kontakt vom Relais. Vom anderen Kontakt gehts dann weiter an die Steckdose. Hier unbedingt Schrumpfschlauch verwenden! 230V können tödlich sein!

Und das wars auch schon. Mit dem Programm(werten) und dem Potentiometer muss man etwas spielen damit man ein zufreidenstellendes Ergebnis erhält. Aber danach funktioniert das ganze sehr, sehr gut. Selbst mit Nebengeräuschen! Wenn man schon von Anfang an weiß, dass man mit dem Sensor nur DC-Verbraucher schalten will – z.B. LED-Streifen – kann man anstatt dem Relais natürlich auch einen MOSFET schalten. Hier fällt dann das Relais, die Diode und der Transistor raus. Viel Spaß damit 🙂

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2 Kommentare zu “Clap Sensor”

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